Demokratie

Nachhaltigkeit  

Zukunft als Leerstelle der Demokratie?

Video-Interview mit Nejma Tamoudi

Im Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Klimaschutzgesetzes geht es um die Zukunft: Grundrechte sind heute zu schützen, auch wenn die schädlichen Folgen unseres heutigen Handelns erst in der Zukunft zur Verletzung dieser Grundrechte führen wird. Mit diesem Urteil verweist das höchste deutsche Gericht auf ein grundlegendes Problem der Demokratie: Diese neigt dazu, die zukünftigen Folgen aktuellen Handelns und damit grundlegende Rechte junger und zukünftiger Menschen zu wenig zu beachten.

Im dritten Teil unserer 3-teiligen Video-Reihe „Das Klima wartet nicht – heute handeln für die Zukunft!“ sprechen wir mit der Nachwuchswissenschaftlerin Nejma Tamoudi über die Frage, wie Politik zukunftsorientierter werden kann. Sie hat 2020 einen Sammelband „Politik für die Zukunft“ mit herausgegeben, der zukünftige Generationen als „Leerstelle der Demokratie“ bezeichnet. Der Sammelband ist ein Ergebnis eines Forschungsprojekts, das sich mit der mangelnden Berücksichtigung zukünftiger Generationen befasst hat.

Wie ist diese „Leerstelle“ zu füllen? Auf welchem Wege lässt sich die Berücksichtigung zukünftiger Menschen in heutigen politischen Entscheidungen verbessern? Und woher wissen wir eigentlich, was zukünftige Menschen wollen und brauchen? Nicht zuletzt geht es um die Frage, wie wir (z. B. durch Bildung) die Imagination und Vorstellungskraft, damit auch die Solidarität mit zukünftigen Menschen stärken können.

Illustration: © mentalmind/shutterstock.com


„Das Klima wartet nicht – heute handeln für die Zukunft!“

Sinn und Gesellschaft geht in drei Folgen auf die Frage ein, wie wir das Klima-Problem vernünftig lösen. Hier finden Sie die Links zu den beiden anderen Folgen:

Germanwatch Umweltschutz Klima

Klage für das Klima

Christoph Bals von GERMANWATCH im Interview

Wie der Klimaschutz gelingen kann

Video-Interview mit dem Sozial- und Wirtschaftsethiker Johannes Wallacher


Thomas Steinforth

Thomas Steinforth gestaltet in der Domberg-Akademie der Erzdiözese München und Freising theologische Erwachsenenbildung in einer vorrangig philosophischen Perspektive und immer mit Bezug zu existenziellen Erfahrungen und Fragen der Menschen sowie gesellschaftlich-politischen Herausforderungen.

Nejma Tamoudi

hat Politikwissenschaft, Philosophie und Religionswissenschaft in München und Paris studiert, promoviert aktuell zum „Sozialen Imaginären“ beim Philosophen Paul Ricoeur, ist Mitherausgeberin des Sammelbands „Politik der Zukunft. Zukünftige Generationen als Leerstelle der Demokratie“ (transcript, Bielefeld 2020) und ist selbst politisch engagiert.

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