Jana Sand

SANDS MEINUNG

Keine Zukunft der Kirche ohne Frauen

Warum ich trotz aller Widerstände in der Kirche arbeite

Acht Jahre arbeite ich nun für die katholische Kirche. Die Frage „Wie kannst Du das mit deinem Gewissen vereinbaren?“, das Vorurteil „Du wirst doch da nicht gleichberechtigt behandelt?“ oder Aussagen wie „Das könnte ich nicht“ kommen nach wie vor vor.

Ich bin davon überzeugt, dass sich die Kirche es nicht erlauben kann, gut ausgebildete Frauen, die gleichzeitig ein zeitgemäßes Privatleben führen wollen, auszuschließen. Frauen, die unverheiratet mit ihrem Partner zusammenleben etwa oder zum zweiten Mal verheiratet sind. Zu starkes Eingreifen in das Privatleben lässt sich meine Generation nicht gefallen. Es geht um das Gefühl, im eigenen Werdegang sowohl beruflich als auch privat unterstützt, gefördert und verstanden zu werden. Meine Meinung wird an meinem Arbeitsplatz gehört und hat Bedeutung. Natürlich weiß ich, dass das leider nicht selbstverständlich ist und viele Frauen diese Erfahrung nicht machen dürfen.  

Ich habe mit meiner Arbeit eine Tätigkeit gefunden, in der ich mich als Frau wertgeschätzt und angenommen fühle. Das ist längst noch nicht überall Alltag. Wenn die Kirche zukunftsfähig sein möchte, dann muss entscheidend sein, welche Fähigkeiten ein Mensch mitbringt, und nicht, ob es eine Frau ist. Mit meinem Beispiel möchte ich jungen Frauen Mut machen. Es braucht mehr Einblicke wie meine, damit auch positive Erfahrungen mit der Kirche als Arbeitgeber publik werden. Auch und gerade junge Frauen müssen das Profil von katholischen Einrichtungen prägen.

Und so antworte ich auf Fragen wie „Wie kannst du für die katholische Kirche arbeiten?“ auch mit meinen positiven Erfahrungen. Die viel mehr Frauen machen müssen und sie wiederum weiter tragen sollten mit der Aussage: „Jetzt erst recht!“


Jana Sand

Themen, die Familien und Fachkräfte wirklich bewegen zu erkennen und dann passgenaue Angebote für sie zu schnüren, dafür pocht das Herz der Diplom-Pädagogin. Die Leiterin der Familienbildung und Referentin im Zentrum für Ignatianische Pädagogik hat sowohl den direkten Kontakt zu Familien und organisiert Fachveranstaltungen und Qualifizierungen für verschiedenste Zielgruppen.
familienbildung-ludwigshafen.de

Weiterlesen

Katharina Goldinger

Der Brief des Papstes

Wer fragt, bekommt eine Antwort: Die Deutsche Bischofskonferenz veröffentlichte am 23. Januar das Antwortschreiben des Papstes auf eine Anfrage von fünf bayerischen Bischöfen. Katharina Goldinger meint: Was auf den ersten Blick wie eine dröhnende Bannbulle über die Alpen zu kommen scheint, sieht aus der Nähe deutlich zahmer aus.

weiter
Tobias Zimmermann

Kaputt gespart

Die Schere zwischen Arm und Reich öffnet sich auch in Deutschland immer mehr. Die Folgen sind gerade in Städten wie Ludwigshafen zu besichtigen. Mein Eindruck: Der Staat lähmt sich nicht nur durch Parteiengezänk. Die Verantwortung gegenüber dem Bürger wird zwischen Bund, Ländern und Kommunen nicht nur erfolgreich föderal wegbürokratisiert. Der Staat spart dadurch auch noch Geld!

weiter
Klaus Mertes

Prävention und Schulkultur

Nach den Gewaltexzessen in der Silvesternacht gegen Polizei und Rettungskräfte werden die Forderungen nach mehr Prävention an den Schulen immer lauter. Klaus Mertes ist überzeugt: Es ist mehr als Prävention nötig.

weiter