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Das Handwerk – Die Wirtschaftsmacht von nebenan!?

Was die Handwerkskammer der Pfalz gegen Nachwuchssorgen tut

Handwerksbetriebe haben Schwierigkeiten, Auszubildende zu finden. Dabei hat sich auch in dieser Branche viel getan: Auch Frauen haben deutlich bessere Berufsaussichten als früher, die Digitalisierung hat Einzug gehalten, dazu bietet die Handwerkskammer der Pfalz Fort- und Weiterbildungen.

Warum eine Ausbildung im Handwerk immer eine gute Option ist

Deutschland steht vor großen Herausforderungen: beim Klimaschutz, bei der Digitalisierung, bei der
Modernisierung der Infrastruktur und im Wohnungsbau, bei ressourcenschonendem Leben und
Arbeiten. Und diese Aufgaben können nicht warten. Erreicht werden können sie aber nur mit
Handwerkerinnen und Handwerkern, die die Vorhaben praktisch umsetzen.

Das Handwerk in der Pfalz

Das Handwerk in der Pfalz – das sind mehr als 18.000 Handwerksbetriebe mit ca. 83.000
Beschäftigten, darunter rund 6.000 Auszubildende. Mit einem Umsatz von etwa 9 Milliarden Euro
jährlich leistet es einen unverzichtbaren Beitrag zur Wirtschaftsentwicklung und Beschäftigung.

Ausbildung im Handwerk

Im Handwerk gibt es rund 130 spannende und krisensichere Ausbildungsberufe mit sehr guten
Aufstiegsmöglichkeiten. Für technisch bis hin zu kunsthandwerklich Interessierte hält das Handwerk
zahlreiche Ausbildungsangebote bereit. Auch kaufmännische oder IT-Berufe können im Handwerk
erlernt werden. Eine qualifizierte Berufsausbildung im Handwerk dauert zwischen drei und
dreieinhalb Jahren und schafft eine solide Grundlage für eine aussichtsreiche berufliche Zukunft.

Fort- und Weiterbildung im Handwerk

Die Weiterbildung und damit die Karrieremöglichkeiten im Handwerk sind vielfältig. Man kann sich
nach der Ausbildung zum/r Meister/in (Bachelor professional), Techniker/in oder Geprüfte/r
Betriebswirt/in HwO (Master professional) fortbilden. Mit dem Meisterabschluss kann man einen
Betrieb gründen und selbst ausbilden oder auch ein Hochschulstudium aufnehmen.

Wafzig
Elena Wafzig, Bundessiegerin 2021 in der Informationselektronik.

Darüber hinaus gibt es weitere Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten – auch im Blended Learning- oder im Hybrid-Format. Lernen soll künftig verstärkt orts- und zeitunabhängig möglich sein. Eine Karriere im Handwerk garantiert berufliche Sicherheit und Selbstverwirklichung. Dennoch hat das Handwerk massive Nachwuchssorgen. Jeder braucht Handwerker und trotzdem bleiben viele Ausbildungsplätze unbesetzt. Was können wir tun, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken?

Berufsorientierung

Um jungen Menschen zu zeigen, wie modern und innovativ das Handwerk ist, setzen wir auf ein
breites Spektrum von Berufsorientierungsmaßnahmen.
Ein zielgerichtetes Veranstaltungsangebot wie die beliebte „Nacht des Handwerks“ mit
Mitmachaktionen, Infotainment und offenen Werkstätten oder auch die „Digitalwoche“ der
Handwerkskammer unterstützt dieses Ziel.

Darüber hinaus bieten wir vielfältige Aktivitäten und Projekte zur Berufsorientierung:

  • Berufsorientierung(s)mobil BOMO: Unsere Berater für Berufsorientierung und Nachwuchsgewinnung sind mit dem Berufsorientierungsmobil an Schulen und in den Innenstädten unterwegs. Vor Ort können sich die Schüler über das Handwerk informieren, Fragen zur Bewerbung stellen und ihr handwerkliches Geschick ausprobieren.
  • Ausbildungsbotschafter: 31 junge Auszubildende, Gesell*innen und Jungmeister*innen berichten Schüler*innen verschiedener Schulformen von ihrem Weg ins Handwerk und geben Einblicke in ihren Arbeitsalltag.
  • Ferienprogramm und Berufsorientierungswerkstatt: In der Berufsorientierungswerkstatt der Handwerkskammer können sich Schüler*innen in diversen Berufen ausprobieren und eigene Talente erkunden. In den Ferien bietet die Berufsorientierungswerkstatt regelmäßig Ferienprogramme an. Eines davon ist „Handwerk trifft Forst“, das in den Sommerferien in Zusammenarbeit mit dem Forstamt Kaiserslautern stattfindet.
  • Eltern- und Lehrerinfoabende, „Azubi-Online-Datings“ und Ausbildungsmessen runden unser Angebot ab.


Modernes Handwerk

Eine entscheidende Rolle zur Stärkung des Handwerks spielt auch die Investition in die Ausbildung
des handwerklichen Nachwuchses. Um ihn bestmöglich zu qualifizieren und eine Ausbildung auf dem
neuesten Stand der Technik zu gewährleisten, investiert die Handwerkskammer der Pfalz daher stetig
in die Modernisierung und Digitalisierung der Ausstattung ihrer Berufsbildungs- und
Technologiezentren.

Frauen im Handwerk

Frauen haben im Handwerk exzellente Berufsaussichten und Karrierechancen. Deshalb ermutigen wir
junge Frauen zu einer dualen Ausbildung, denn mit dem digitalen Wandel und dem Einsatz moderner
Maschinen ist die körperliche Belastung in vielen handwerklichen Berufen geringer geworden.
Stattdessen stehen kreative, kommunikative und zukunftsgerichtete Themen im Fokus – genau das
Richtige für junge Frauen, die die Vielfalt des Handwerks und neue Herausforderungen entdecken
möchten.

Es ist Zeit zum Umdenken. Zeit, die Gleichwertigkeit beruflicher und akademischer Bildung
anzuerkennen. Fachkräftesicherung ist Zukunftsfrage und gesellschaftliche Herausforderung zugleich.

Headerbild © monkeybusinessimages/istock.com


Rita Petry

Geschäfsführerin der Handwerkskammer Pfalz. Sie leitet seit vielen Jahren den Geschäftsbereich Berufsbildung und verantwortet die Bereiche Aus- und Weiterbildung, Prüfungswesen, Grundsatzfragen der beruflichen Bildung sowie Bildungspolitik. Als Federführerin des Arbeitskreises Berufsbildung der rheinland-pfälzischen Handwerkskammern ist sie in verschiedenen Landes- und Bundesgremien vertreten.

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