Junge Erwachsene geistlich begleiten

Sinn  

Gemeinsam durch den Nebel

Als geistlicher Begleiter junge Erwachsene unterstützen

Junge Erwachsene sehen sich oft mit existenziellen Fragen konfrontiert: Wer bin ich und was ist MEIN Sinn des Lebens? Dazu kommen die Fragen und Gedanken rund um Berufung. Was heißt Glücklichsein für mich und wie komme ich dahin? Und mit je mehr Druck und Kraft sie versuchen, die Antworten auf die vielen Fragen klar zu bekommen, desto nebeliger wird es in ihnen. Wo Gott sich in all diesem Nebel versteckt, ist die Frage, die die Undurchsichtigkeit in ihrem Leben, die Unsicherheit, Unzufriedenheit, undefinierte Sehnsucht komplett macht.

Durch diese schwierige Phase müssen junge Erwachsene nicht allein gehen. Geistliche Begleiterinnen und Begleiter können sie unterstützen und ihnen helfen, ihr Leben zu ordnen, zu sich und zu Gott zu finden.

Krisen gehören zum Wachstum

Wer mitbekommt, welch existenzielle Fragen sich junge Frauen und Männer stellen, kann auch schon mal einen Schrecken bekommen. Intuitiv würden viele Menschen vielleicht versuchen, die Krise zu mildern. Geistliche Begleiterinnen und Begleiter wissen aber: Krisen sind wichtige Phasen in einem Wachstumsprozess.

Wer einem Menschen Last abnimmt, hilft ihm nicht dabei, selbstständig und kompetent zu werden.

Daher ist die beste Unterstützung, junge Erwachsene zu ermutigen, durch die Krise zu gehen.

Wie am besten helfen?

Auf diesem Weg durch den Nebel zu begleiten, ist anspruchsvoll: Einerseits muss die Freiheit des jungen Menschen gewahrt werden und andererseits auch die Freiheit Gottes. Oft locken einen erlernte Hilfsmuster, die aber der oder dem Begleiteten eigentlich gar nicht weiterhelfen. Deshalb lohnt es sich, das richtige Werkszeug kennenzulernen, das es braucht, um gut zu unterstützen. Wie bei einem Handwerk braucht es den richtigen Umgang mit dem geeigneten Werkzeug, um qualitativ gute und nachhaltige Arbeit zu leisten.

Sich selbst auf den Weg machen

Das wichtigste Instrument bei der geistlichen Begleitung ist die Begleiterin oder der Begleiter. In der Ausbildung gilt es daher, sich selbst besser kennenzulernen und weiterzuentwickeln – im Sinne der geistlichen Persönlichkeitsentwicklung. Im Vergleich zur „weltlichen“ Persönlichkeitsentwicklung spielt dabei die Dimension „Gott“ eine große Rolle:

Man entwickelt sich von Gott her und auf Gott hin.

Man wird zu einer authentisch überzeugenden Person, die immer mehr aus dem Geist Gottes lebt und das auch weitergibt. So kommt die geistliche Begleiterin oder der geistliche Begleiter immer mehr zu einem gelingenden Leben in vollkommenem Einklang mit der eigenen Berufung.

Geistliche Begleitung lernen

Der Ausbildungskurs „Junge Menschen geistlich begleiten“ des Zentrums für Berufungspastoral lehrt die Teilnehmenden die richtigen Methoden und Werkzeuge der geistlichen Begleitung. Bewerbungen sind noch bis Juni 2022 möglich.

Vertrauen

Und wenn es soweit ist, bin ich an der Seite dieses Menschen auf dem nebeligen Weg. Da hinten, versteckt zwischen den Baumwipfeln, kommt ein bisschen Sonnenschein hindurch. Und plötzlich spüren wir beide, wie es warm wird und eine Stimme sagt: Ich bin an eurer Seite, vertraut mir, ich führe euch. Dieser einst orientierungslose junge Erwachsene ist nicht mehr allein, wir sind beide nicht allein.


Mirjam Beitz

ist derzeit in der Zukunftswerkstatt SJ für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Sie hat in Wiesbaden Media Management studiert und war bereits für einen Radiosender, eine Stadtverwaltung und verschiedene kirchliche Institutionen tätig. Bei ihrer aktuellen Tätigkeit auf dem Campus Sankt Georgen in Frankfurt übernimmt sie auch die Öffentlichkeitsarbeit das Zentrum für Berufungspastoral. Dort kommt sie mit vielen jungen Erwachsenen bei der Entscheidungsfindung in Kontakt.

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